Jute statt Zucker

... oder so ähnlich jedenfalls: das Süßkraut, Stevia Rebaudiana oder einfach Stevia, enthält einen Stoff, der 200-300 Mal süßer ist als Zucker - aber komplett kalorienfrei, dabei gut für die Zähne und den Blutdruck. Sozusagen als Yin zum Yang des Zuckers ist es also sowohl süß als auch gesund. 

Das kann der Industrie nicht gefallen. So wurden intensive wissenschaftliche Forschungen angestrengt, mit der Ergebnis, dass, tatsächlich, bei männlichen Hamstern die Fruchtbarkeit litt. Wenn man sie täglich mit der Hälfte ihres Lebendgewichts an Stevia fütterte. Bekanntermaßen ist ja auch Wasser tödlich, wenn man mehr um sich herum hat, als man relativ rasch trinken kann. Aber man muss auch erwähnen, dass die männlichen Indios früher tatsächlich mit dieser Pflanze versucht haben, die Fruchtbarkeit zu hemmen. Zur Nachahmung nicht empfohlen (da empfiehlt sich nicht "Jute statt..."). Wer sich um die Zeugungsfähigkeit Sorgen macht, sollte sich stattdessen mit hormonwirksamen Substanzen im Trinkwasser beschäftigen, z.B. "Wird die Erde weiblich? (Filminhalt, doc-Format)" und die Dokumentation "Betrifft: Die Chemiefalle". Immerhin jedoch wurde so die Markteinführung in der EG bisher verhindert, eventuell ab dem Sommer könnte es aber eine Zulassung als Nahrungsergänzungsmittel erhalten. Wenn die Lobbyisten nicht noch gewinnen. Oder die Extrem-Gesundheitsfanatiker: denn nach heutigem EG-Recht würden Tomaten und Kartoffeln in Europa wegen ihres geringfügigen Solanin-Gehaltes keine Zulassung mehr bekommen!

Ursprünglich kommt die Pflanze aus Paraguay, als Ergebnis einer Züchtung (noch ganz konventioneller Art) der dortigen Indios, die dort schon vor 500 Jahren mit Stevia ihre Speisen versüßten. Immerhin seit 25 Jahren findet sich das Extrakt in der japanischen Küche, seit 1995 ist es in den USA zugelassen. In Japan und Korea nimmt Stevia dreiviertel des Süßstoffmarkts ein. Anders als Süßstoffe verbreitet sich die Süße angenehm im ganzen Mundraum, ähnelt sehr stark dem Zucker und hat so geschmackliche Vorteile vor den synthetischen Süßstoffen. Bei regelmäßigem Genuss verhindert sie Zahnbeläge und hilft, den Blutdruck niedrig zu halten. Man kann sie auch selbst anbauen: im Internet sind Pflanzen erhältlich, und sie vertragen deutsches Klima, müssen aber wegen des Frostes jedes Jahr neu angepflanzt werden. Stevia verträgt kochen und erhitzen bis 200°C. 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_rebaudiana

http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_(Süßstoff)

 

 

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