Wie ich aus einem kleinen Problem ein großes mache - eine wahre Geschichte

Heute habe ich einen chemischen Anschlag auf meine Riechzellen vollzogen. Wie das kam?

Eigentlich lag es daran, daß es so stark geregnet hat.

Es ist eben nicht gut, eine volle Nase von verdampfter Essigessenz zu nehmen. Gut, daß ich ganz schnell reagiert habe.

Essig ist ja gut gegen Rauchgeruch, aber bestimmt nicht bei Menschen.

Sondern bei Mikrowellen.

Ich hätte den Beutel doch sofort in den Müll bringen sollen.

Mir war nicht klar, daß auch in getrockneten Kräutern noch Wasser drin ist. Und zwar genug, um sie in der Mikrowelle zum Brennen zu bringen. Eigentlich war es mir schon klar, hätte ich mir die Zeit genommen, für einen Augenblick zur Ruhe zu kommen und darüber nachzudenken.

Hätte es nicht so stark geregnet, hätte ich den Beutel eben sofort runtergebracht.

Ich hatte lange gebraucht, um den Beutel im Schrank überhaupt zu finden.

Ich hatte den Morgen über damit zu tun, den Hängeschrank ausräumen, die abgelaufenen Tüten wegwerfen. Alles genau kontrollieren, in die Tüten reinschauen, beiseitestellen, einen ganzen großen Korb voll mit Waren, die teils schon letztes Jahr abgelaufen waren. Hatte für heute eigentlich was anderes vor. Aber manches hat eben Vorrang:

Zuerst war da heute morgen die Raupe an der Decke. Und dann noch zwei. Nach weiteren 4-5 war klar, aus welchem Hängeschrank sie hochgekrochen kamen. Und damit war der Vormittag verplant.

Zuerst dachte ich, sie wären im Mehl. An der Kante der Tüte waren zwei Raupen. Aber das Mehl in der Tüte war sauber. Erst ganz zum Schluß wurde ich fündig: bei den Gewürzen, in einer Tüte Suppenkräuter, sah nach Weihnachtsmarkt aus, die Tüte. Von da war sie bestimmt auch. In der Weihnachtslaune gekauft, natürlich nie benutzt. Und jetzt krabbelten innen drei Raupen hoch auf der Suche nach neuen Futterquellen.

Am besten sofort runterbringen, bevor da noch was rauskommt. Bloß nicht noch eine Raupe. Aber es regnete grade heftig. Also greife ich zur nächstbesten Lösung und töte die Würmer, indem er die Tüte in die Mikrowelle tue (ich weiß, igitt). Volle Leistung, zwei Minuten. Hauptsache keine Raupe mehr. Funktionierte auch, stattdessen dicke Qualmwolken aus der Mikrowelle. Stand zum Glück direkt daneben, trotzdem war die Küche innerhalb von Sekunden verqualmt und ich am husten. Kriegte aber den Beutel nicht gleich raus, die Mikrowelle war ja zugestellt mit den Sachen aus dem Schrank, sie ging nur einen Spalt breit auf. Und der Beutel heiß.

Na ja, und nach dem Saubermachen dann die Idee mit einem Schälchen Essigessenz.

Wär auch in Ordnung gewesen, wenn ich die Tür der Mikrowelle nicht aufgemacht hätte.

Habe die Nase sofort mit Wasser gespült. Scheint geholfen zu haben, ich kann noch riechen.

Was ich gelernt habe:

Mikrowellen sind bei Regen äußerst gefährlich.

Und die erstbesten Lösungen selten die besten.

 

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